Unsere Grundsätze und Suchkriterien
Eine fundierte Arztwahl braucht eine wissenschaftlich gesicherte Grundlage. Unsere Grundsätze stellen sicher, dass Sie objektive Auskünfte erhalten. Erfahren Sie zudem, welche Qualifikationen und qualitätsrelevanten Merkmale BetterDoc bei der Spezialistensuche berücksichtigt – für mehr Sicherheit bei Ihrer Entscheidung.
Grundsätze unserer Arbeit
zum Wohl der Patienten
Unsere Spezialistensuche basiert ausschließlich auf wissenschaftlich fundierten, öffentlich verfügbaren und geprüften Daten. Diese bündeln wir in unserer täglich aktualisierten Datenbank, die alle zugelassenen Ärzte und Kliniken sowie ihre Qualifikationen und andere qualitätsrelevante Merkmale umfasst. Bei der Recherche gilt ein zentrales Prinzip: BetterDoc nimmt keine eigene Bewertung vor. Im Ergebnis erhalten Sie Auskünfte zu allen Spezialisten, die Ihre individuellen Suchkriterien erfüllen – transparent und übersichtlich sortiert nach der Entfernung zu Ihrem Wohnort.
Unabhängigkeit
Suchkriterien im Detail
Qualifikationen und weitere qualitätsrelevante Merkmale von Ärzten und Kliniken
Was sind Weiterbildungstitel?
Das deutsche Weiterbildungssystem für Ärzte ist dreistufig aufgebaut:
Stufe 1 – Facharztweiterbildung (5-6 Jahre):
Die Grundqualifikation nach dem Medizinstudium. Praktisch jeder niedergelassene Arzt hat einen Facharzttitel.Stufe 2 – Schwerpunktweiterbildung (2 Jahre zusätzlich):
Vertiefte Spezialisierung innerhalb des Fachgebiets, z.B. Kardiologie aufbauend auf Innere Medizin.Stufe 3 – Zusatzweiterbildungen (2 Jahre):
Fachübergreifende Spezialkompetenzen wie Spezielle Schmerztherapie oder Palliativmedizin.
Warum sind Weiterbildungstitel wichtig?
Studien zeigen, dass spezialisierte Ärzte bei Erkrankungen ihres Fachgebiets bessere Behandlungsergebnisse erzielen – etwa durch:
Größere Sicherheit bei der Diagnose
Kenntnis aktueller Behandlungsmöglichkeiten
Bessere Einschätzung von Risiken
Höhere Erfolgsrate bei schwierigen Fällen
Wann sind höhere Ausbildungsstufen besonders relevant?
Bei komplexen Erkrankungen, die spezifisches Fachwissen erfordern
Bei seltenen Erkrankungen innerhalb eines Fachgebiets
Wenn neue oder spezialisierte Behandlungsmethoden gefragt sind
Was sind Genehmigungen?
Nicht jeder Arzt darf automatisch alle Behandlungen durchführen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen und vergeben:
Kassenzulassungen für die Behandlung gesetzlich Versicherter
Spezielle Behandlungsgenehmigungen
Wie hängen Genehmigungen und Qualität zusammen?
Für Genehmigungen müssen Ärzte nachweisen:
Mindestfallzahlen und praktische Erfahrung
Technische Ausstattung und Hygieneanforderungen
Regelmäßige Fortbildungen
Qualitätssicherungsmaßnahmen
Wann sind Genehmigungen und Zulassungen besonders relevant?
Bei speziellen Untersuchungen (zum Beispiel einer Darmspiegelung)
Bei ambulanten Operationen (zum Beispiel einer Arthroskopie oder Leistenhernien-Operation)
Bei komplexen Therapien (zum Beispiel zur Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten)
Was sind Zertifizierungen?
Externe Qualitätsprüfungen durch unabhängige Fachgesellschaften. Zertifizierte Zentren erfüllen:
Festgelegte Mindestfallzahlen
Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche
Behandlung nach aktuellen Leitlinien
Regelmäßige Überprüfungen (alle 3 Jahre)
Wissenschaftliche Evidenz: Die WiZen-Studie (2022) zeigte bei über einer Million Krebspatienten: Die Behandlung in DKG-zertifizierten Zentren erhöht die Überlebenschance um bis zu 26 Prozent.
Warum führen Zertifizierungen zu besseren Ergebnissen?
Strukturierte Prozesse: Behandlung nach bewährten Leitlinien
Teamarbeit: Verschiedene Fachrichtungen arbeiten systematisch zusammen
Mindestmengen: Nachgewiesene ausreichende Erfahrung
Ständige Verbesserung: Regelmäßige Qualitätskontrollen
Wann sind Zertifizierungen besonders relevant?
Bei allen Krebserkrankungen (DKG-Zertifizierung)
Bei seltenen Erkrankungen (spezialisierte Zentren)
Im ambulanten Bereich als Qualitätsnachweis
Was sind Fallzahlen?
Die Anzahl durchgeführter Behandlungen oder Operationen pro Jahr. Fallzahlen messen praktische Erfahrung durch Wiederholung.
Die Volume-Outcome-Beziehung: Seit den 1950er-Jahren ist wissenschaftlich belegt: Je häufiger eine Klinik einen Eingriff durchführt, desto besser sind die Ergebnisse. Dies gilt für fast alle untersuchten Eingriffe.
Warum führen hohe Fallzahlen zu besseren Ergebnissen?
Komplikationsmanagement: Teams mit hohen Fallzahlen erkennen Warnsignale früher
Eingespielte Teams: Das gesamte Team entwickelt Routine
Optimierte Abläufe: Standardisierte, verbesserte Prozesse
Kontinuierliche Verbesserung: Schnellere Lern- und Verbesserungszyklen
Konkrete Evidenz bei Hüft- und Kniegelenkersatz:
Kliniken mit 100 Eingriffen pro Jahr übertreffen in der Versorgungsqualität solche mit jährlich nur 50
Bei 200 Eingriffen pro Jahr zeigen sich weitere Verbesserungen
Die Qualität steigt kontinuierlich bis über 500 Eingriffe pro Jahr
Die Unterschiede äußern sich sowohl in niedrigeren Komplikationsraten, also erneuten Operationen, Thrombosen oder Infektion, als auch in einer besseren Prothesenfunktion und höherer Patientenzufriedenheit.
Wann sind Fallzahlen besonders relevant?
Bei geplanten Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen
Bei komplexen Wirbelsäuleneingriffen
Bei Krebsoperationen
Was sind wissenschaftliche Publikationen?
Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, die unabhängige Experten zuvor begutachten. Publikationen zeigen vertiefte theoretische Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet.
Wie hängen Publikationen und Qualität zusammen?
Publizierende Ärzte:
Kennen internationale Behandlungsstandards
Hinterfragen systematisch Behandlungsergebnisse
Sind in Expertennetzwerke eingebunden
Nutzen neue Therapien deutlich früher: Neue Erkenntnisse brauchen oft viele Jahre, bis sie Standard werden. Wissenschaftlich aktive Ärzte bringen aktuelle Entwicklungen schneller in die Praxis.
Wichtig: Publikationen ergänzen praktische Erfahrung (Fallzahlen), ersetzen sie aber nicht.
Wann sind Publikationen besonders relevant?
Bei sehr seltenen Erkrankungen, die nur niedrige Fallzahlen aufweisen
In Bereichen, die sich schnell entwickeln (Immuntherapie, Genmedizin)
Als Zusatzkriterium bei der Wahl zwischen erfahrenen Zentren
Was bedeutet „Studienbeteiligung”?
Kliniken, die an Studien teilnehmen, untersuchen neue Diagnostik- und Behandlungsmethoden unter strengsten Bedingungen. Eine Studienteilnahme zeigt einen Zugang zu Innovationen und höchste Qualitätskontrolle.
Der „Studieneffekt": Kliniken mit aktiven Studienangeboten weisen bessere Ergebnisse für alle Patienten auf – nicht nur für Studienteilnehmer. Bei Krebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate zum Beispiel 20 Prozent höher.
Warum profitieren alle Patienten?
Qualitätskultur: Präzise Dokumentation und Kontrolle
Wissenstransfer: Personal kennt neueste Standards
Infrastruktur: Investitionen kommen allen Patienten zugute
Früher Zugang: Kenntnis neuer Therapieoptionen
Wann ist dieses Qualitätskriterium besonders relevant?
Bei ausgeschöpften Standardtherapien
Bei seltenen Erkrankungen (internationale Vernetzung)
In innovativen Bereichen wie der CAR-T-Zelltherapie
Was sind QSR-Analysen?
QSR bedeutet die Qualitätssicherung mit Routinedaten, zum Beispiel durch Auswertungen von Krankenkassendaten, die Patienten bis zu einem Jahr nach dem Eingriff nachverfolgen – im Gegensatz zu normalen Qualitätsberichten, die mit der Entlassung enden.
Der entscheidende Vorteil: Bei Kniegelenkersatz treten über 90 Prozent aller Revisionsoperationen erst nach der Entlassung auf. QSR erfasst diese späten Komplikationen und erneuten Eingriffe.
Hinweis: Die Auswertung basiert auf QSR-Analysen der AOK, die fast 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland abbilden.
Wann sind QSR-Analysen besonders relevant?
Bei geplanten Eingriffen mit guter Datenlage
Bei Hüft- und Kniegelenkersatz
Wenn Spätkomplikationen relevant sind
Wie alle Merkmale zusammenwirken
1
Strukturqualität
Weiterbildungen und Zertifizierungen zeigen formale Qualifikation
2
Prozessqualität
Fallzahlen und Studienbeteiligung belegen Erfahrung und Standards
3
Ergebnisqualität
QSR-Daten messen tatsächliche Behandlungsergebnisse
4
Innovation
Publikationen und Studien zeigen Nähe zu neuesten Entwicklungen
5
Objektivität
Alle Daten stammen aus unabhängigen, öffentlichen Quellen
6
Vollständigkeit
Kein Arzt und keine Klinik wird bevorzugt oder ausgeschlossen
Im Überblick – Welche Datenquellen nutzen wir?
Für Weiterbildungstitel
Bundesärztekammer – Weiterbildung, Landesärztekammern
Für Genehmigungen und Zulassungen
Kassenärztliche Vereinigungen, 116117.de – Arztsuche (KBV)
Für Fallzahlen (Operationen, Eingriffe)
G‑BA Qualitätsberichte (§ 137 SGB V)
Für wissenschaftliche Publikationen
PubMed, Fachzeitschriften
Für Studienbeteiligungen
EU Clinical Trials Information System (EU CTR), Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS)
Für Ergebnisqualität
WIdO – Qualitätssicherung mit Routinedaten, AOK-Gesundheitsnavigator